Stadt Bad Laasphe



Wilhelm Scheffer, genannt Dilich, notierte in seiner 1605 gedruckten "Hessischen Chronica": "An der Löhn ligt aff einem hohen berg und felsen das Schlos Witgenstein, under demselben in thal an dem Wasser ligt das eltiste städtlin der Fraffschaft Lasve genandt." Dilich hat recht, Laasphe ist bereits um 800 als das Dörfchen "lassaffa", das seinen Standort wahrscheinlich am heutigen Kirchplatz hatte, zu belegen. Damals war auch die "Alte Burg" - sie stammt aus der La Tène-Zeit - noch einmal neu ausgebaut worden. Rund vierhundert Jahre später entstand dann die Burg Wittgenstein, das heutige Schloss. Mit der Teilung der weit nach Osten reichenden Grafschaft Stift 1238, wurde sie der Sitz der Wittgensteiner Grafen. Wenig später vollzog Laasphe den Schritt vom Dorf zur Stadt. Aus dem alten Kern rings um die Kirche - Kirchturm und Kirchhof sind bereits 1230 urkundlich erwähnt - entwickelte sich eine Kleinstadt, deren Ausmaße noch heute in der Laaspher Altstadt zu erleben sind.

Noch heute kennzeichnen Straßenzüge und Hausparzellen den mittelalterlichen Grundriss der Altstadt, deren Bild vom Fachwerk ihrer Bauten geprägt wird.
Dieses historisch überkommene Stadtbild war es wert, im Programm "Historische Stadtkerne in Nordrhein-Westfalen" von der Landesregierung gefördert zu werden. denn der "historische Kern Bad Laasphes ist ein im westfälischen Raum seltenes Beispiel einer überwiegend mittelalterlich geprägten, gut erhaltenen Altstadt".
Neben dem attraktiven Stadtbild hat die reizvolle, durch Täler gut erschlossene Umgebung schon vor einhundert Jahren Erholungssuchende - "Luftschnapper" - angelockt. Bereits 1904 erscheint Laasphe in der Liste der Luftkurorte. Nach der Stagnation im Zweiten Weltkrieg begann in den 50er Jahren der Aufstieg zu einem Kurort mit modernen Einrichtungen. Er führte die Stadt 1984 zum "Staatlich anerkannten Kneipp-Heilbad" und zum Zusatz "Bad" in ihrem Namen.
Bad Laasphe ist Mittelzentrum in einer ländlichen Zone mit einer Fläche von 135 km und z.Zt. rund 15.000 Einwohnern. Die Stadt umfasst neben der Kernstadt noch 21 Ortsteile, durchweg eingebettet in Wälder, die 72 % der Fläche bedecken.

Sehenswürdigkeiten:

Wohl die älteste Kirche Wittgensteins ist die Wehrkirche in Puderbach, auf einer Anhöhe inmitten des Dorfes gelegen. Es handelt sich um einen Saalbau aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.
An der südlichen Außenmauer der Wehrkirche befindet sich seit 1971 die letzte Ruhestätte des Komponisten und Musikpädagogen Friedrich Kiel, geb. 08. Okt. 1821 in Puderbach, gest. 13. Sept. 1885 in Berlin. Friedrich-Kiel-Str. 3: Geburtshaus (18. Jahrh.) Friedrich Kiels mit Gedenktafel.
Die Kirche in Feudingen gehört zu den südwestfälischen Hallenkirchen des 13. Jahrhunderts. Der dreischiffige Bau wirkt äußerst geschlossen. Im Chor wurden vorreformatorische Fresken aufgedeckt.
Die Kirche in Laasphe entstand in zwei Bauabschnitten: Das nördliche Schiff, das sich an den Turm anschließt und aus derselben Zeit stammt, war zunächst eine eigenständige, kleine Kirche, die später (um 1250) durch das heutige Hauptschiff erweitert wurde.
Schloß Wittgenstein ist Teil einer Privatschule und nur von außen zu besichtigen. Deutlich ablesbar sind hier die verschiedenen Bauphasen.
Besonders hingewiesen sei auf die zahlreichen hervorragenden Fachwerkbauten in der Kernstadt und den Ortsteilen (In der Kernstadt regelmäßige Führungen!).

Museen:

Bad Laasphe verfügt über zwei Museen mit speziellem Angebot: das "Pilzkundliche Museum" mit mehr als 1000 Ausstellungsstücken im Haus des Gastes und das "Radio-Museum" im Haus der Jugend, welches auf die Sammlung von Hans Necker zurückgeht und in die Geschichte der Radiotechnik einführt.
Mehr der regionalen Geschichte und Volkskunde verbunden sind das "Heimatmuseum Banfetal" (betreut von den Wander- und Heimatfreunden e.V.) und das "Heimatmuseum Feudingen" (betreut vom Ortsheimatverein Feudingen).
Technisches Denkmal und Museum ist die "Trafostation" der ehemaligen Amalienhütte in Niederlaasphe.
Stadtbüchereien finden sich in der Kernstadt (Haus des Gastes) und in Feudingen und Banfe.
Musik- und Theater-Veranstaltungen werden vor allem vom "Kulturring Laasphe" und der Kurverwaltung organisiert. Die Aufführungen finden im "Haus des Gastes", der "Aula des Städtischen Gymnasiums" und der "Feudinger Volkshalle" statt. Daneben bieten die Kirchengemeinden kirchenmusikalische Konzerte und Vespern an. Mehrmals im Jahr beweist die Musikschule ihr Können. Ende Mai liegt der Termin für das traditionelle Musikfest am Wilhelmsplatz und im Haus des Gastes. Seit Jahrzehnten tritt die "Laaspher Amateurbühne" mit ihren Theaterstücken in der Turnhalle der Grundschule auf.

Veranstaltungen:

Hier sind zu nennen: im Sommer die Schützenfeste in der Kernstadt und verschiedenen Ortsteilen und die Kirmesfeste in Puderbach und Niederlaasphe.
Besondere Anziehungskraft hat immer wieder Ende August das Altstadtfest, an dem zahlreiche Vereine und Gruppen beteiligt sind.
Bad Laasphe unterhält Partnerschaften mit der englischen Stadt Tamworth und der französischen Stadt Chateauneuf-sur-Loire.


Siehe auch:
Musik / Chöre: GV "Liedertafel-Lyra" Bad Laasphe
Musik / Chöre: MGV "Liedertafel-Eintracht" Laasphe e.V.
Brauchtum / Gruppen / Vereine: Heimatverein Feudingen
Museen / Museen: Heimatmuseum Banfetal
Museen / Museen: Internationales Radio-Museum Hans Necker, Bad Laasphe
Museen / Museen: Pilzkundliches Museum Bad Laasphe
Museen / Kulturdenkmäler: Schloß Wittgenstein
Veranstaltungsorte / Bad Laasphe: Aula des Städtischen Gymnasiums Bad Laasphe
Veranstaltungsorte / Bad Laasphe: Dorfgemeinschaftshaus Herbertshausen
Veranstaltungsorte / Bad Laasphe: Dorfgemeinschaftshaus Puderbach
Veranstaltungsorte / Bad Laasphe: Dorfgemeinschaftshaus Rückershausen
Veranstaltungsorte / Bad Laasphe: Haus des Gastes
Veranstaltungsorte / Bad Laasphe: Turnhalle Städtische Grundschule Bad Laasphe
Veranstaltungsorte / Bad Laasphe: Volkshalle Feudingen

© Kultur!Büro. Kreis Siegen-Wittgenstein - Kulturhandbuch im Internet • KHB 1281.HTM / 29.08.2013 |