Stadt Kreuztal

Kreuztal - Junge Industriestadt in Südwestfalen


  • Stadt Kreuztal, Rathaus, Siegener Str. 5, 57223 Kreuztal  | Tel.: 02732/510  | Mail: info@kreuztal-kultur.de
  • Kulturamt, Kulturreferent Holger Glasmachers, Siegener Str. 18, 57223 Kreuztal  | Tel.: 02732/51-264  | Fax.: 02732/57936
  •  www.kreuztal-kultur.de

Die heutige Stadt Kreuztal ist außerordentlich jung: Am 1. Januar 1969 trat das ein viertel Jahr zuvor vom Düsseldorfer Landtag verabschiedete 'Zweite Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Siegen' in Kraft und schuf aus vier Gemeinden des mittleren Ferndorftals (Kredenbach, Ferndorf, Kreuztal, Buschhütten), den vier Gemeinden des Littfetales (Burgholdinghausen, Littfeld, Krombach, Eichen) und den vier Heestalgemeinden (Oberhees, Mittelhees, Osthelden, Fellinghausen) die Stadt Kreuztal.
Vom Mittelalter bis heute:
Dennoch ist Kreuztal in seiner heutigen Form nicht ein geschichts- und gesichtsloses Gebilde, denn fast alle diese Gemeinden lebten bereits seit dem ausgehenden Mittelalter in Gemeinschaften vielfältiger Art. Die administrativen Strukturen reichen vom alten 'Krombacher Schöffengericht' im 15. Jahrhundert über 3 Jahrhunderte - bis zum Ausgang der staatlichen Selbständigkeit des Siegener Territoriums - im Nassauischen Amt Ferndorf-Krombach über die Mairie Ferndorf und seit 1815 im preußischen Amt Ferndorf. Nur die kleinen Heestalgemeinden Ober- und Mittelhees, die als Holzklau 1452 in das Amt Freudenberg gelangten, kamen wieder neu zu Kreuztal.
Kreuztal lebte - neben der Landwirtschaft - immer von der Förderung und Verarbeitung von Metall. Heute, wo der Siegerländer Bergbau stillgelegt ist, ist Kreuztal eine Industriestadt mit einer vielfältigen, zum Teil stark exportorientierten Industrie, deren Schwerpunkt als Folge einer langen geschichtlichen Entwicklung auf der Eisen- und Blechverarbeitung und im Maschinenbau liegt. Nicht zu vergessen die Brauereien in Kreuztal, von denen eine ihr Produkt in der ganzen Welt vertreibt.
Neben ihrer Wirtschaftskraft liegt die Stärke in einem beispielhaft ausgebauten System sozialer Dienstleistungseinrichtungen, dem Schulangebot, der Sportförderung und der kommunalen Kulturförderung.
Die Stadthalle Kreuztal: Ein Meilenstein für die Bühnenkunst in der Region.
Die im März 1990 eingeweihte 'Kreuztaler Stadthalle' wurde schnell zu dem kulturellen Veranstaltungs- und Erlebnisort, den die Bürger schon lange in ihrer Stadt vermisst hatten.
In bislang allen Spielzeiten bewiesen die Bühnenprogramme der Stadt Kreuztal, dass die Halle ein zeitgemäßer Veranstaltungsort für viele künstlerische Aktivitäten ist. Sie ist mittlerweile technisch so flexibel ausgestattet, dass dort vom Philharmoniekonzert über Tourneetheater bis zu Kleinkunstveranstaltungen eine große künstlerische Vielfalt präsentiert werden kann.
Hier gastieren regelmäßig die Stars der deutschen Kabarettszene. Regional und überregional beachtet, treten hier bekannte Musiker der Folk- und Jazzszene auf. Unterhaltsame und spannende Tourneetheaterproduktionen für ein breites Publikum, aber auch schauspielerische Experimente haben hier genauso ihren Platz wie das schon zur alljährlich wiederkehrenden Tradition gehörende Neujahrskonzert.
Das Bürger- und Kulturzentrum 'Dreslers Park' - Ein Ort für Information, Bildung, Freizeit und Kultur:
Bereits Mitte der achtziger Jahre stellte die Stadt Kreuztal erste Überlegungen an, das sowohl architektonisch als auch städtebaulich außergewöhnlich reizvolle denkmalwürdige Ensemble 'Dreslers Park' mit seinen Gebäuden im Herzen der jungen Stadt in ein Gesamtkonzept für die Entwicklung Kreuztals zu integrieren.
Das erarbeitete Konzept umfasste eine Kindertagesstätte in der Remise der 'Weißen Villa', Bürgersäle, Veranstaltungsräume, Seminar- und Tagungsräume, Ausstellungsflächen, Räume für die neu einzurichtende zentrale 'Stadtbibliothek' und das bislang eher behelfsmäßig untergebrachte und somit nicht sinnvoll nutzbare 'Stadtarchiv'.
Nach zweijähriger Bauzeit wurde im Mai 1997 in der 'Gelben Villa' die 'Stadtbibliothek' von der Ministerin für Städtebau, Kultur und Sport, Ilse Brusis, eröffnet. Neben der 'Stadtbibliothek' beherbergt die 'Gelbe Villa' noch Seminar- und Ausstellungsräume und das 'Stadtarchiv'.
Auch bei diesem Objekt wurden alle Bau- und Renovierungsarbeiten unter der Maßgabe durchgeführt, das Nutzungsziel mit möglichst wenigen Eingriffen in die historische Bausubstanz zu erreichen. So erstrahlt die Ende des letzen Jahrhunderts aus gelben Industrieziegeln erbaute Villa heute wieder in ihrer alten Pracht.
Die neue Stadtbibliothek:
Die Kreuztaler Stadtbibliothek ist eine der meistgenutzten Einrichtungen in Kreuztal. Die bisherige Bilanz der neue 'Stadtbibliothek' spricht für sich: Über 5.000 Benutzerausweise wurden ausgegeben, d. h. weit über 10 % der Bevölkerung sind bereits Nutzer der Einrichtung.
Mit über 200.000 Entleihungen im Jahr 2004 mit weiter steigender Tendenz dürfte die 'Kreuztaler Stadtbibliothek' im Verhältnis zu ihrem Medienbestand eine der erfolgreichsten Bibliotheksneugründungen im Lande sein.
Lebensgefühl und Standort - Kultur als Wirtschaftsförderung:
Mit dem Ausbau der kulturellen Angebote ist in Kreuztal neben vielen anderen hervorragend geförderten Bereichen wie z. B. dem Schulangebot, dem Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche und den sportlichen Möglichkeiten ein weiterer gewichtiger Faktor entstanden, der das Lebensgefühl der Bürger und das Bild Kreuztals in der gesamten Region nachhaltig positiv geprägt hat.
Die heimische Wirtschaft betrachtet diesen finanziellen Einsatz als Standortpolitik, d.h. als wichtigen Beitrag für die Entwicklung der Region und die Steigerung ihrer Attraktivität - ein Argument, das nicht nur beim Anwerben hochqualifizierter Fachkräfte aus den benachbarten z. T. kulturell überbordenden Großstädten helfen kann, sondern auch die Identifikation der Förderer mit dem Gemeinwesen unterstreicht.
Das Kreuztaler Kulturamt - Eine Koordinationsstelle für die kulturelle Infrastruktur.
Die Einrichtung eines eigenen 'Kulturamts' in der Stadtverwaltung im Frühjahr 1998 unterstrich die wachsende Bedeutung dieses kommunalen Sektors. Diese neue Organisationseinheit baut mit einer äußerst schlanken Struktur und dem Einsatz moderner Kommunikationstechnik die kulturelle Infrastruktur in der Stadt aus und unterstützt - neben einer Vielzahl eigener Veranstaltungen- mit ihrem Beratungsangebot, Publikationshilfen, der Bereitstellung von Ressourcen etc. die Aktivitäten der Vereine und Initiativen im Kulturbereich.
Stadtentwicklung und Denkmalschutz:
Pflege des architektonischen Erbes und zeitgemäße Stadtentwicklung in Kreuztal kein Widerspruch. Für die meisten Menschen ist ihr Empfinden für das, was der Begriff 'Heimat' für sie bedeutet, in hohem Maße verknüpft mit Stadtbildern, einzelnen Gebäuden, Ortskernen, Straßenzügen oder auch speziellen Kulturlandschaften.
Auch in Kreuztal wird das immer wieder deutlich, wenn Gebäude verändert werden sollen: Bürger werden initiativ und versuchen zu erreichen, dass die Substanz ihres Wohnumfelds erhalten bleibt und nicht einer gesichts- und geschichtslosen Einheitsarchitektur, die lediglich Renditezahlen verpflichtet ist, zum Opfer zu fallen. Denkmalschutz wird in Kreuztal sehr erfolgreich betrieben, weil er als ein selbstverständlicher Teil der städtebaulichen Entwicklung angesehen wird.
In enger Abstimmung der Unteren Denkmalbehörde und dem Beauftragten für Denkmalpflege mit dem Landeskonservator konnten bis Dezember 2000 insgesamt ca. 150 Baudenkmäler und 16 ortsfeste Bodendenkmäler nach vorausgehender Anhörung in die Denkmalliste der Stadt Kreuztal eingetragen werden.

Siehe auch:
Bildende Kunst / Bildende Künstler: Vera Becker
Bildende Kunst / Bildende Künstler: Sabine Birkwald
Veranstalter / Regionale Veranstalter: Kulturamt Kreuztal
Veranstaltungsorte / Kreuztal: Stadthalle Kreuztal

© Kultur!Büro. Kreis Siegen-Wittgenstein - Kulturhandbuch im Internet • KHB 917.HTM / 04.09.2008 |