Jung-Stilling-Gedenkstube Grund


  • Hausanschrift: Jung-Stilling-Gedenkstube Hans-Hermann Klein, Jung-Stilling-Str. 10, 57271 Hilchenbach  | Tel.: 02733/3822
  • Träger: Siegerlander Heimat- und Geschichtsverein e.V.
  • Hausanschrift:, Jung-Stilling-Str. 16, 57271 Hilchenbach-Grund
  •  www.stillingsgrund.de

Öffnungszeiten: nach Absprache. Eintritt frei. Vorgestellt in "Museen und Heimatstuben Siegerland-Wittgenstein".
Johann Heinrich Jung-Stilling gehört zu den bekanntesten historischen Persönlichkeiten des Siegerlandes. Als Johann Heinrich Jung wurde er im Jahre 1740 in dem Dorf Grund bei Hilchenbach geb.. Den Beinamen "Stilling" hat er sich selbst zugelegt, um damit seine religiös-pietistische Einstellung zum Ausdruck zu bringen. Jung-Stilling gehört zu den Universalgelehrten, die das 18. Jahrhundert hervorgebracht hat. Als Sohn eines armen Flickschneiders und Schullehrers wurde er streng erzogen, bekleidete bereits im Alter von fünfzehn Jahren das Amt eines Schulmeisters, vertiefte sich in theologische, philosophische, mathematische und astronomische Schriften. Als Schneidergeselle begab er sich auf die Wanderschaft und hatte im bergischen Land ein religiöses Erweckungserlebnis. Er wurde Hauslehrer bei einem Siegerländer Unternehmer und arbeitete sich in dessen Unternehmen in die Verwaltungsgeschäfte ein. Mit dreißig Jahren nahm er in Straßburg ein Medizinstudium auf und machte dort die Bekanntschaft von Goethe und Herder. Nach nur drei Semestern promovierte er über die Geschichte der Siegerländer Industrie und eröffnete kurz darauf eine Arztpraxis in Elberfeld. Im Selbststudium entwickelte er hier erfolgreiche Verfahren der Augenoperation. Daraufhin wurde er an eine neu errichtete Kameralhochschule in Kaiserslautern als Professor für Land- und Forstwirschaft, Technologie und Vieharzneikunde berufen. Später promovierte er in Heidelberg als Doktor der Philosophie und bekam vom dortigen Kurfürsten das Hofratspatent verliehen. Der Landgraf von Hessen-Kassel berief ihn auf eine Professur nach Marburg, wo er neben seiner Lehrtätigkeit zahlreiche erfolgreiche Augenoperationen durchführte. In seinen späten Jahren ernannte ihn der Markgraf von Baden zu seinem persönlichen Gesellschafter, ein Amt, das ihn in brieflichen Kontakt zu bekannten Zeitgenossen, so auch dem Zaren von Russland, treten ließ. Im Alter von 76 Jahren verstarb er 1817 in Karlsruhe. In seinem Geburtshaus in Grund ist ein kleiner Raum als Jung-Stilling-Gedenkstube eingerichtet worden. Als das Haus im Sommer 1928 abbrannte, wurde es noch im gleichen Jahr vom damaligen Siegerländer Heimatverein wieder aufgebaut. Die Stube ist mit einzelnen erhalten gebliebenen Original-Möbelstücken eingerichtet, eine kleine Vitrine enthält Jung-Stillings Besteck für Augenoperationen. Das Haus liegt am Ende des Dorfes in einem kleinen und ruhigen Seitental, ein paar Schritte davon wurde ein "Jung-Stilling-Wandersteig" angelegt. Er führt auf den literarischen Spuren des Gelehrten aus dem Tal hinauf zur Ginsburg. Ein buntes Glasmosaik mit dem Porträt von Jung-Stilling ist in das Fenster des benachbarten evangelischen Gemeindehauses eingelassen worden. (Dieter Pfau in: "Museen und Heimatstuben Siegerland-Wittgenstein").


Siehe auch:
Medien / Publikationen: Museen und Heimatstuben Siegerland-Wittgenstein
Museen / Kulturdenkmäler: Ginsburg, Hammergewerkenhaus mit Siegerländer Küche

© Kultur!Büro. Kreis Siegen-Wittgenstein - Kulturhandbuch im Internet • KHB 2728.HTM / 03.11.2003 |