MASQUES – Die Künstler

Die beteiligten Künstler stellen wir Ihnen hier kurz vor:

abraham abga: la chute des rois, 100x100cmAbraham Abga
erhielt 2007 den Staatspreis für Malerei der Republik Burkina Faso. In seinen Bildern beschäftigt er sich mit menschlichen, politischen und philosophischen Themen. Zur Umsetzung verwendet er eine plakative Bildsprache. Vor meist einfarbigen Hintergründen sind Figuren schablonenhaft herausgearbeitet. Die Kompositionen der Gesichter und der Körper erinnern an Muster von Kleidung oder an Körperbemalung. Ein weiteres Gestaltungsmittel sind die Schriftbänder, die Abga auf den Bildgrund oder über die Motive legt.

bernadin bationo: chez le pontif, 50x50cmBernardin Bationo zeigt in seinen Bildern den Alltag in Burkina Faso: Feste, gemeinsame Mahlzeiten und ein Kartenspiel oder traditionelle Themen wie Opfergaben und spirituelle Zusammenkünfte. Die Gemälde erscheinen sehr mystisch. Die Hintergründe sind diffus gehalten und alle Gegenstände nur schemenhaft angedeutet. Die Figuren sind gesichtslos und auf ihre Silhouetten reduziert. Bationo verwendet überwiegend natürliche Pigmente sowie Erde und zerstoßenen Stein. Die Kombination von diesen Materialien verleiht seinen Kompositionen eine Farbigkeit, die den geheimnisvollen Eindruck noch verstärkt.

casimir b bationo: cri d'un initi, 85x65cmDie atmosphärisch dichten Gemälde von Caszi (Casimir B. Bationo) vereinen auf verschiedene Bildebenen Abstraktes und Gegenständliches. Eingebettet in gegeneinander abgegrenzte Farbflächen sind schemenhaft angedeutete menschliche Figuren, Gesichter, Alltagsgegenstände und Masken zu erkennen. Bei einigen Bildern fühlt man sich als Beobachter eines spirituellen Ereignisses. Bei anderen erkennt man sehr deutlich den sozialkritischen Ansatz des Malers: Menschen hinter Maschendrahtzaun und Flaschen gefüllt mit hochprozentigen Alkoholika.

florent belemsigri: le retour du marché,  80x80cmFlorent Belemsigri bewegt sich mit seinen Bildern zwischen Kunsthandwerk und Kunst. Der Künstler hat eine originelle Bildsprache entwickelt, mit der er die Grenze vom Artefakt zum Kunstwerk überschreitet. Seine seriellen Arbeiten schließen an das westafrikanische, traditionell geprägte Formenrepertoire an: Hierfür steht die stilisierte Darstellungsweise der Figuren, die monochrome Gestaltung des Hintergrundes sowie die Einarbeitung von Stoffen und Schnüren. Letzteres verleiht den Bildern geradezu reliefartiges. Die Darstellung von einzelnen Figuren ist ein statische, während bei Figurengruppen ein Rhythmus zu erkennen ist.

yvo moussa: route du marché, 81x65cmIvo Moussas gegenständliche Bilder zeigen Impressionen vom täglichen Leben in der Stadt und auf dem Land: Marktszenen, Menschen bei der Arbeit, im Gespräch und bei rituellen Zusammenkünfte. Es ist nicht nur die realistische Darstellungsweise, es sind auch die Farbenvielfalt und das Licht, die die Faszination der Gemälde von Ivo Moussa ausmachen. Gerade die Lichtführung lässt die Stimmungen der Situationen deutlich werden: man spürt das rege Treiben auf den Märkten und das angeregte Gespräch. Dieser gekonnte, impressionistisch anmutende Umgang mit Licht hat seine Grundlage in dem großen malerischen Talent Moussas.

jean luc millogo: masque et moissons 01, 90x50cmDer Autodidakt Jean-Luc Millogo hat sich für eine weitgehend abstrakte Bildgestaltung entschieden. Merkmale seiner Bilder sind Farbflächen, die oft durch verschiedene Formen wie freie Ornamente und geometrisch anmutende Muster gegliedert sind. Diese Kompositionen leben von einem wechselnden Rhythmus: Mal ist die Malweise großzügig gestisch, mal kleinteilig strukturiert und konstruiert. Bei einigen Bilder erkennt man Gegenständliches: Figuren, Köpfe, Masken und Opfergefäße. Dann scheint es sich um die abstrahierte Darstellung einer rituellen Handlung oder einer zeremoniellen Feierlichkeit zu handeln.

hyacinthe ouattara: emotions et ourments de corps, 90x90cmHyacinthe Ouattara verlangt vom Betrachter seiner Werke Inspiration und Assoziationsvermögen. Darin liegt dann die Chance den spannungsreichen und verschlüsselten Kompositionen von Ouattara auf die Spur zu kommen. Sein Hauptantrieb für die Malerei: Aus dem alltäglichen Elend herauszukommen und negative Erlebnisse zu bewältigen. Die momentane Situation der afrikanischen Jugend bewegt ihn sehr. In einigen Bildern widmet er sich zwei jungen Afrikanern, die versuchten, sich an Bord eines Flugzeuges nach Europa zu schmuggeln.

carole ouedrago: masque instrumental, 65x65cmCarole Ouedrago ist, wie die meisten ihrer Künstlerkollegen, auch in Bildhauerei ausgebildet. So widmet sie sich besonders dem Dialog zwischen Maske und Malerei. Es entstehen sehr lebendige, farbintensive Gemälde, aber auch düstere, geradezu mystisch wirkende Bilder. Alle aber geben die Stimmung einer rituellen Handlung oder einer spirituellen Zusammenkunft wieder. Auffällig ist die strukturierte Oberflächengestaltung. So wirken die Bilder durch einen pastosen Farbauftrag und die Einarbeitung von Stoffen wie Reliefs.

fernand sawadogo: les hommes de bonne volonté, 65x85cmFernand Sawadogo beschäftigt sich in seinen Werken mit der Rolle der Frau in der afrikanischen Gesellschaft. Ihn begeistert ihre Stärke, ihre Schönheit und zugleich ihre Verwundbarkeit in einem harten täglichen Überlebenskampf. Formal setzt er diese Motive in collageartigen Leinwandbildern um. Vor abstrakten strukturreichen Hintergründen nehmen stilisierte Figuren ihren Platz ein: Mal kommunizieren sie miteinander, mal sind sie, in sich versunken, nebeneinander aufgereiht. Besondere Aufmerksamkeit widmet der Künstler der farbenfrohen und dekorfreudigen Kleidung der Frauen. Er schließt an ein westafrikanisches Formenrepertoire an: der Einarbeitung von Stoffen.

Dr. Petra Skiba
Kuratorin der Ausstellung „Masques – hinter der Maske I Kunst, Solidarität & Burkina“

 

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