Wasserburg Hainchen


  • Wasserburg Hainchen Alexander Wollschläger, Seitenweg 6, 57250 Netphen  | Tel.: 02737/986230
  • Träger: Siegerländer Burgenverein

Öffnungszeiten: Die Burgremise als kulturelle Begegnungsstätte des Siegerländer Burgenvereins hat von Mittwoch bis Samstag von 15 bis 22 Uhr und Sonntags von 11 bis 22 Uhr geöffnet. Tel.: 02737/97137. Vorgestellt in "Museen und Heimatstuben Siegerland-Wittgenstein".
Die Wasserburg Hainchen wurde im Jahre 1290 erstmals urkundlich erwähnt. Die Adelsfamilie vom Hain verkaufte die Höhenwasserburg im Jahre 1313 an den Grafen Heinrich von Nassau-Siegen. 1355 wurde die von zwei Gräben umschlossene Burg an den Ritter Konrad von Bicken aus Herborn als Nassauisches Burglehen übergeben, unter Phillip von Bicken erwarb die Familie 1443 die gesamte Besitzung, Burg und Tal zum Hain, zum Lehen. In dieser Zeit begann die bauliche Erweiterung der Burg, an der Nordostseite des Hauptgebäudes wurde eine Kapelle angebaut. Ihre Blütezeit erlebte die Wasserburg Hainchen zu Beginn des 16. Jahrhunderts, als die Herren von Bicken sie zu einem stattlichen Wohnsitz ausbauten und durch Mauern und Bollwerke befestigten. Unter dem Lehnsherrn Johann I. von Nassau, dem die Bicken zu mächtig zu werden drohten, wurde im Jahre 1511 vereinbart, auf alle Zeiten Nassauische Truppen in der Burg Hainchen stationieren zu können. In der Pfarrkirche St. Cäcilia zu Irmgarteichen, dem Nachbarort von Hainchen, haben sich die Brüder Johann und Eberhart von Bicken ein prächtiges Grabmal errichten lassen, das noch heute zu besichtigen ist. Zweihundert Jahre später war die Familie von Bicken verarmt, die Burg Hainchen wurde im Jahre 1711 an den Fürsten von Nassau-Siegen verkauft, wechselte danach noch zwei Mal den Besitzer, bevor sie 1747 von Fürst Karl Heinrich Friso, Prinz von Oranien, erstanden wurde. Im 19. Jahrhundert, unter preußischem Staatsbesitz, verfiel die Burg allmählich, 1864 wurden die letzten zwei von ursprünglich vier Türmen abgerissen. Nach weiteren Abbrucharbeiten dienten die Reste der Anlage als Wohn- und Wirtschaftsgebäude einer preußischen Oberförsterei. In den 1970er-Jahren haben der Siegerländer Burgenverein als Träger und der Verein zur Erhaltung der Wasserburg Hainchen den Wiederaufbau der Burganlage vorangetrieben. Heute dient die Burg der Erholung behinderter und pflegebedürftiger älterer Menschen sowie als kulturelle Begegnungsstätte und ist von einer 33.000 qm großen Parkanlage umgeben. (Dieter Pfau in: "Museen und Heimatstuben Siegerland-Wittgenstein").


Siehe auch:
Kulturprofile / Städte und Gemeinden: Stadt Netphen
Musik / Musikvereine: Natur- und Jagdhorn-Bläsergruppe Siegerland-Wittgenstein e.V.
Bildende Kunst / Bildende Künstler: Friederike Marianne Bahr
Bildende Kunst / Bildende Künstler: Kerstin Finzsch
Medien / Publikationen: Museen und Heimatstuben Siegerland-Wittgenstein
Museen / Heimatstuben: Heimatstube Oberes Johannland
Museen / Sammlungen / Archive: Privates volkskundliches Museum: Bauhandwerk und Volkskunde, Fossilien

© Kultur!Büro. Kreis Siegen-Wittgenstein - Kulturhandbuch im Internet • KHB 2730.HTM / 16.07.2013 |