Tim
Fischer singt Kreisler Ich hab’ des Pudels Kern entkernt
Die bissigen Texte des Kabarettisten und Chansonschreibers
Georg Kreisler, des „Wieners wider Willen“, sind längst
Legende. „Jetzt, da Georg Kreisler seine Abschiedstournee
gegeben hat, fühle ich mich aufgerufen, die Fackel der
kultivierten Boshaftigkeit zu übernehmen“, sagt Tim
Fischer. Nicht wenige Hits seines Genres hat Kreisler,
der Tonmeister des schwarzen Humors, aufs Notenblatt
gebracht: „Tauben vergiften im Park“, „Zwei alte Tanten
tanzen Tango“ oder „Als der Zirkus in Flammen stand“
gehören zu den Paradestücken des Musikers. Was Kreisler
vor 15 Jahren schaffte, die größten Säle zu füllen,
gelingt jetzt dem „schönsten Mann“ der deutschen Unterhaltungsbühnen,
Tim Fischer. Mit winzigem Stirnrunzeln, kaum merklich
kokettem Augenaufschlag schmeckt er zwar den Klangfarben
des Schmäh-Spezialisten Kreisler zwischen melancholisch
und bitterböse nach. Doch Fischer geht weiter. Er präsentiert
ihn nicht nur als modernen Klassiker, sondern hat auch
das Aggressive an ihm entdeckt. Er zeigt, „was herauskommt,
wenn man Kreislers Wiener Melange auslöffelt“. (Süddeutsche
Zeitung) Deutschlands extravagantester Chansonnier
singt Kreisler überzeugend, weil er ihm seelenverwandt
ist. Er, der mit 16 Jahren auf der Behelfsbühne eines
Oldenburger Bistros Zarah Leander interpretierte und
sich über Hamburg und Berlin vom Geheimtipp bis auf
den Chanson-Olymp emporkatapultierte. Fischer singt
inzwischen auf den Bühnen der großen Staats- und Stadttheater,
tourte durch Frankreich und den Nahen Osten und gastierte
in den USA. Im Kinostreifen „Deux“ spielte er an der
Seite von Isabelle Huppert die Rolle der Josephine Baker.
Sein schauspielerisches Können gibt den Liedern den
letzten bitterbösen Schliff.
Pelz
und Pomp der vergangenen Jahre hat die androgyne Lichtgestalt
längst abgelegt. Das hindert ihn aber nicht im Geringsten
daran, wie ein Chamäleon munter zwischen den Geschlechtern
hin und her zu springen: Mal ist er der gehörnte Ehemann,
mal die Diva. Den sarkastischen Everblacks von Kreisler
mischt er eine feine Brise Ironie bei. Er ist ein Wortakrobat,
jongliert mit Dialekten, wechselt vom Wienerischen ins
Hochdeutsche und rollt das „r“ gestochen scharf. Kurzum,
er präsentiert die Kreisler-Preziosen „mit volltönender,
von verhaltener Erotik vibrierender Stimme“. (Kölner
Stadtanzeiger). Den Erfolg seines Programms verdankt
er auch seinen Begleitern: Pianist Rüdiger Mühleisen
und Geiger Hans Jehle stehen ihm in der LateNightShow
auf dem Giller zur Seite. „Ohne übertriebene Theatralik
verlässt sich Fischer allein auf die Musik. Das beste
Programm, das er je gemacht hat.“ (Berliner Zeitung)
www.timfischer.de
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