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Architektenwettbewerbe haben eine lange Tradition. Vor mehr als 100 Jahren wurden in Deutschland die ersten verbindlichen Regeln für solche "öffentlichen Konkurrenzen" aufgestellt.
Der Architektenwettbewerb ist einzigartig als Verfahren, für ein Projekt die beste Lösung und den geeigneten Auftragnehmer zu finden. Nirgendwo sonst in der Wirtschaft erbringen Mitglieder eines Berufsstandes so umfangreiche Leistungen ohne die Gewissheit, dafür vergütet zu werden. Sie bereichern damit zugleich unsere Gesellschaft auf dem Gebiet der Baukultur. Die wichtigsten Bauvorhaben in unserem Land wurden seit jeher über Wettbewerbe entschieden. Man könnte also sagen, dass es sich um ein großes Geschenk eines Berufsstandes an die Gesellschaft handelt - ein Geschenk, das gerne erbracht wird, denn für viele junge Architektinnen und Architekten knüpft sich hieran die Hoffnung auf den ersten großen Auftrag, für die etablierten Büros ist es eine Möglichkeit, öffentlich die eigene Leistungsfähigkeit zu präsentieren. Andere wiederum nehmen ganz einfach teil, weil sie die "Fingerübung" schätzen, sich an neuen, interessanten Aufgabenstellungen zu versuchen.
Aber auch eine Gegenleistung wird für diesen Einsatz erwartet: Es ist die Zusage, dass einer der Preisträger mit dem anschließenden Auftrag rechnen darf und dass das Verfahren nach fairen Spielregeln abläuft. Spielregeln, die berechtigte Interessen beider Seiten - des Auslobers wie der Teilnehmer - so bündeln, dass der Wettbewerb von allen Beteiligten auch im Nachhinein als Erfolg gewertet werden kann.
Das anonyme Verfahren des Wettbewerbs zur Optimierung der besten Lösung für die gestellte Aufgabe entspricht als einziges voll den Anforderungen der Europäischen Vergaberichtlinien nach Objektivität, Nichtdiskriminierung und Transparenz.
Die von der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen eingeführten "Regeln für Architektenwettbewerbe" (RAW 2001) bringen mehr Flexibilität in das Wettbewerbswesen und machen es für kleinere Bauaufgaben und neue Ausloberkreise attraktiv, insbesondere auf kommunaler Ebene und für private Bauherren. Die regionalen Wettbewerbsberater sowie die Geschäftsstelle der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen erbringen umfangreiche kostenlose Beratungsleistungen zu Architektenwettbewerben.