Das Medizinische Zentrum St. Maximilian Kolbe in Sabou

Ein Krankenhaus für Sabou
Mit dem Kultur- und Begegnungsprojekt Main dans la Main 2012 in Siegen wird konkret ein dringend benötigtes medizinisches Zentrum in Burkina Faso unterstützt. Der Standort Sabou liegt in der Provinz Boulkiemdé, etwa 100 km südwestlich von Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou. Die medizinische Versorgung der Bevölkerung in dieser Region war bisher miserabel: kein einziger Arzt für 80.000 Einwohner, nur wenige Hilfsapotheken, die kaum über die Medikamente verfügen, die nötig wären, und das nächstgelegene Krankenhaus ist über eine Autostunde entfernt.

Seit 2002 sind die Minoriten-Franziskaner in der Pfarrei St. Lukas in Sabou tätig. Um den mehr als mangelhaften Zustand zu ändern, haben sie beschlossen, gemeinsam mit den Minoriten-Franzikanerinnen ein medizinisches Zentrum zu errichten. Für Dr. Marie Groleau, eine französische Ordensfrau und Ärztin, ist dieses Projekt – ebenso wie für Main dans la Main – eine Herzensangelegenheit. Sie ist von Beginn an dabei, und sie war es auch, die die Aufmerksamkeit von Felicitas und Hanns-Peter Kirchmann bei deren Reise durch Westafrika 2008 auf das Krankenhaus in Sabou gelenkt hat.

Medizinische Versorgung seit 2009
Im Herbst 2008 nahm das Medizinische Zentrum St. Maximilian Kolbe seinen Betrieb auf, die Krankenstation wurde im Februar 2009 eröffnet. Schritt für Schritt soll ein medizinisches Zentrum mit angeschlossener Apotheke entstehen.
Das Krankenhaus untersteht dem Gesundheitsministerium von Burkina Faso, der Betrieb wird finanziert und organisiert von den Franziskanerinnen. Rund 600.000 Euro hat der Franziskaner-Orden seit 2007 in den Bau des Gesundheitszentrums auf dem 9 ha großen Gelände direkt an der Nationalstraße I von Ouagadougou nach Bobo Dioulasso investiert.
Im Einzelnen besteht das Krankenhaus derzeit aus drei Pavillons und einem weiteren vierten Gebäude. Im ersten Pavillon sind Apotheke, Labor, Zahnarztpraxis und Kasse untergebracht. Im zweiten befindet sich die Notaufnahme, eine weitere kleine Apotheke für Erwachsene und Kinder, und der dritte beherbergt das eigentliche Krankenhaus mit 20 Betten. Dem vierten Haus – seit 2009 in Betrieb – kommt ebenfalls eine wesentliche Bedeutung zu: Es ist das Ernährungszentrum für unterernährte Kinder, in dem die Kleinen medizinisch betreut und mit Heilnahrung versorgt werden. Gleichzeitig dient es aber auch für die Ernährungsschulung der Mütter, die sich dort gegen eine geringe Gebühr gemeinsam mit ihren Kindern für eine bestimmte Zeit aufhalten können und denen erklärt wird, wie sie ihre Kinder auch mit den spärlichen Lebensmitteln möglichst gesund ernähren können.
Die Leistungen des Krankenhauses sind:

  • Notfalldienste
  • Allgemeinärztliche Praxis
  • Prä- und postnatale Beratung und Impfungen
  • Laboruntersuchungen
  • Untersuchung und Bekämpfung der Unterernährung
  • Untersuchung und Betreuung der sexuellen Infektionen
  • Betreuung und Prävention ansteckender Geschlechtskrankheiten und insbesondere Aids
  • Auflage eines Programms, diese Infektionen zunächst festzustellen
  • Erste zahnärztliche Untersuchungen und Behandlung

In einem der nächsten großen Schritte muss eine optimale Strategie und ein abgestimmtes Management für den Betrieb des Krankenhauses gefunden werden. Ziel ist, das Medizinische Zentrum künftig weitgehend unabhängig und eigenverantwortlich zu organisieren. Unbedingt nötig ist dazu ausgebildetes Personal für Verwaltung, Einkauf, Rechnungswesen, Labor, Technik usw.

Weitere Informationen auch unter www.krankenhaus-burkina.de.

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