Heimatstube Holzhausen



Öffnungszeiten: nach Vereinbarung. Eintritt frei. Vorgestellt im Museumsführer Siegerland-Wittgenstein.
Es sind u.a. zu sehen: landwirtschaftliche Gerätschaften, Haus- und Küchengeräte, Handwerkszubehör (Schäfer, Stellmacher, Schuhmacher), Möbel, Spielzeug, Kleidung, Fotos (z.B. 100 Jahre altes Großfoto eines Ehepaares in Hickentracht), zwei eiserne Öfen, Schulglocke. Einer der vier Räume hat alle kirchlichen Altertümer aufgenommen. Als im September 1968 das alte Kapellenschiff abgerissen wurde und an den alten Turm das jetzige Schiff angebaut wurde, übernahm der Heimatverein folgende Teile: eine Außentür, Stütze, Säule, Kirchenbank mit Wange, Liedanschlagtafel, Altartisch mit Decke, Gesangbücher, das Räderwerk der Turmuhr und Wetterhahn.
Der Hickengrund war schon früh das Grenzland der Erzbistümer Mainz, Trier und Köln und in heutiger Zeit von drei Bundesländern. Der Ort Holzhausen wurde im Jahre 1326 erstmals urkundlich erwähnt. Die Land- und Forstwirtschaft, der Handel mit Hopfen und weiteren Gütern und später der Bergbau prägten die Erwerbsstruktur des Dorfes. Fuhrleute und Händler aus Holzhausen transportierten Wirtschaftsgüter bis nach Holland. Um 1820 gehörte das Dorf mit über 800 Einwohnern zu den größten Gemeinden des Siegerlandes. Die im Jahre 1769 fertig gestellte Volksschule war über Jahrhunderte ein lebendiger Mittelpunkt des dörflichen Lebens in Holzhausen. Nach einer denkmalgerechten Restaurierung soll die "Alte Schule" heute zu einem kulturellen Dienstleistungszentrum des Ortes werden. Wer das Haus über die sanierte Außentreppe betritt, kommt in die neu gestaltete und mit Feldpflaster ausgelegte Diele. Links von der Diele wurde die alte Raumstruktur des früheren Klassenzimmers wieder hergestellt. Hier befindet sich ein naturkundlicher Arbeits- und Dokumentarraum. Rechts vom Flurbereich sind die Räumlichkeiten für die Seniorenrunde des Heimatvereins mit Gemeinschaftsraum und Küchenbereich hergerichtet worden. Das Raumgefüge im Obergeschoss wird wesentlich durch den Foyerbereich bestimmt, in den eine kleine, aber geräumige Küchenecke - abgetrennt durch eine offene Fachwerkwand - eingebunden ist. Für Seminare, kulturelle Veranstaltungen und kleinere Feierlichkeiten kann die "gute Stube" des Hauses genutzt werden. Auf der anderen Seite des Obergeschosses befindet sich der "Eine-Welt-Laden" der Evangelischen Kirchengemeinde. Auf dem Speicher der "Alten Schule" ist die offene Holztragwerkkonstruktion des Daches und das ursprüngliche Gefache aus Lehm erhalten. Auf der hier bereitgestellten Ausstellungsfläche werden wichtige Etappen der Dorfgeschichte nachgezeichnet und Einblicke in das dörfliche Alltags- und Arbeitsleben vergangener Zeiten gewährt. In diesem museumsbezogenen Teil der "Alten Schule" ist im hinteren Bereich ein kleiner Begegnungs- und Leseraum sowie ein Archivbereich eingerichtet. (Dieter Pfau in: "Museen und Heimatstuben Siegerland-Wittgenstein").
Siehe auch:
Medien / Publikationen: Museen und Heimatstuben Siegerland-Wittgenstein

© Kultur!Büro. Kreis Siegen-Wittgenstein - Kulturhandbuch im Internet • KHB 488.HTM / 18.03.2002 |