Chronik des MGV + FC "Liederkranz" Schameder

100 Jahre MGV und 25 Jahre Frauenchor "Liederkranz" Schameder



Eine Chronik mit 130 historischen und aktuellen Abbildungen zu den Chören und der Gemeinde Schameder. 1. Auflage 2003, schwarz-weiß und Farbe. 130 Seiten. Verkaufspreis: 5 Euro.
Auf 130 Seiten wird nicht nur die Chronik der beiden Vereine wiedergegeben. Vielmehr gibt das Buch im ersten Teil einen Einblick in die Entwicklung der Sängerbewegung, die ihren Ursprung in der Zeit der Napoleonischen Besetzung Deutschlands hatte. Die Männergesangvereine waren eine der tragenden Säulen der entstehenden Nationalbewegung. Hochburgen der Sängerbewegung lagen vor allem in Südwest- und Mitteldeutschland. Besonders in den ländlichen Gegenden waren die Volksschullehrer die Vorreiter der Nationalisierungsbewegung und wurden zu Schrittmachern des Männergesangs, dabei vor allem in der Rolle des Chorleiters oder Vereinsführers. Eine bedeutende Wurzel hatte die Sängerbewegung aber auch im kirchlichen Leben und seiner Gesangskultur. Auch wird immer wieder ein Blick auf die Geschichte der heimischen Gesangvereine und Chöre geworfen. Über 100 Gesangvereine, Chöre und Gesangsgruppen gibt oder gab es in Wittgenstein. Um 1840 ist die Rede von einem Gesangverein in Schüllar-Wemlighausen und 1842 gründeten Berleburger Bürger einen Männergesangverein. 1843 fand in Laasphe die Gründung eines Männergesangvereins statt und im September 1846 erlebte Siegen sein erstes Sängerfest. 130 eindrucksvolle und teilweise farbige Abbildungen lockern die Schrift auf und 129 Fußnoten geben weitere Erläuterungen zu dem Text. So findet der Leser auch vieles Neue zur Dorf- und Heimatgeschichte. Erklärt wird aber auch über den Ursprung der Vergnügungssteuer, warum gerade zu Pfingsten viele Feste gefeiert werden oder woher die Wurzeln des heute vergessenen "õ11" liegen und welche Bedeutung er hatte. Die Geschichte der beiden Chöre ist sehr facettenreich. Die Gründung des Männergesangvereins fiel 1903 in eine schwere Zeit. Die kargen Einkommen der Familien zwangen zu großer Sparsamkeit. Gemeinsame Veranstaltungen mit Musik und Tanz waren im Dorf nicht bekannt. Durch die Auswirkungen der beiden Weltkriege und die verheerende Inflation war das Vereinsleben beträchtlich gestört. Das Ende des Zweiten Weltkrieges markierte für die deutschen Männergesangvereine einen tiefen Einschnitt. Mit der nationalsozialistischen Diktatur versank auch der vaterländische Männergesang. Das Liedgut wandelte sich nach und nach.1947 wurde dem Männergesangverein die Genehmigung zur Wiederaufnahme der Vereinstätigkeit erteilt. Die Zelter-Plakette für eine 100jährige Vereinstätigkeit konnte der Männerchor 2003 in der Siegerlandhalle entgegennehmen. 20 aktive Sänger und 81 passive Mitglieder gehören dem Gesangverein heute an. Die Idee zur Gründung eines Frauenchores entstand 1978. Als 50. Mitglied trat der Chor 1980 dem Sängerkreis Wittgenstein bei. Ein besonderes Musikereignis war das Konzert mit dem Berliner Mozartchor 1993. 31 aktive Sängerinnen und 47 passive Mitglieder gehören dem Chor heute an. 1999 ergab sich eine einschneidende Änderung im Zusammenleben beider Vereine. Aufgrund von Sängermangel beim Männerchor sangen beide Chöre von nun an in gemischter Form. 2002 erreichte der Chor im Bundesleistungssingen in der Stufe I zweimal die Note sehr gut und einmal die Note gut. Somit darf der Chor den Titel "Leistungschor Stufe I des Sängerbundes NRW e.V. 2002 - 2005" für die Dauer von drei Jahren tragen. Dieses Buch gibt wertvolle Informationen zu einem Thema, das in der lokalen Literatur bisher wenig beachtet wurde. Es ist ein Grundstein für eine weitergehende heimatkundliche Forschung.


Siehe auch:
Musik / Chöre: Gemischter Chor Liederkranz Schameder
Veranstaltungsorte / Siegen: Siegerlandhalle
Service / Regionale Kulturförderung: Sängerkreis Wittgenstein

© Kultur!Büro. Kreis Siegen-Wittgenstein - Kulturhandbuch im Internet • KHB 2859.HTM / 15.08.2013 |